Schon gewußt? Findewen is wieder on the Road!

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Was bleibt ?











































Oft ist es der Moment und die Zeit, die in der Erfüllung eines Traumes inneliegt, die mich antreibt und und mir das subjektive Gefühl gibt, jetzt das zu haben, wonach ich mich gesehnt habe...

Doch immer wieder ebbt dieses Gefühl, diese Zufriedenheit allzu schnell wieder ab, so das sich die alltägliche Normalität bald wieder über meine Seele stülpt, und alles mich letztenendes einen Teil meiner Selbst beraubt, ohne auf Dauer dieses Loch zu füllen..Die ewige Suche nach etwas Neuem, nach dem nächsten Kick... Etwas was dieses Langweilige füllt. Nicht wenige Menschen in meinem Umfeld haben dieses Syndrom.

Es gibt Menschen, die mögen dieses Gefühl nicht haben, solche die Wegschieben etwa, die eine gewisse Stumpfheit oder auch ein funktionierendes Kleid der Verdrängung in sich tragen, aber auch solche Glückspilze, die wirklich Ihre Mitte haben, mögen soetwas nicht kennen....

Ich war weder das eine, noch das andere.

Was kostet was............?

Das/die Wunschkind/er ist/sind einzigartig und "der" Lebenssinn, und kosten doch manchmal den Sinn einer Partnerschaft...

Das neue Auto/Motorrad, gibt Spass, Status und Lebensgefühl, raubt mir jedoch Zeit,Geld und manchmal das Leben..

Mein Haus. Stolz und gross steht es da und hat mir doch soviel Zeit mit meiner damals noch jungen Familie geraubt, die ich nie wieder einholen werde...

Beispiele dafür, das erfüllte Ziele manchmal mehr auf einem Lasten, als ihre eigentlich erhoffte Glückseligkeit auf Dauer zu versprühen und sei es auch nur, wegen der erneuten Leere.

Was hätte mich diese Reise kosten können...?

Materie? Die Gesundheit ? Das Leben ?

Was auch immer es mir genommen hätte. Ich bin Dankbar um das, was sie in mir hinterlassen hat.

Es ist Freitag. Ich bin seit 6 Tagen wieder im Kreise meiner Familie und merke das etwas anders ist... Alles muss sich neu einpegeln, die Fühler sind ausgestreckt, der Vergleich lockt geradezu, die Vergangenheit als Maßstab heranzuholen...

Ich geniesse das Zuhause. Die Waerme, die Nähe, aber es ist etwas mit mir passiert, das kein Lustkauf, kein Urlaub, kein Mensch von Außen bisher mit mir gemacht hat.

Die ersten 5 Wochen war ich allein. Scheinbar... Ich bin nicht mehr allein! (Wisst ja warum..) Nicht in der Kasachischen Steppe,nicht im sibirischen Bärenwald, nicht in der Metro, nicht im Knast, nirgendwo!

Das "Kleine" wollte ich bei meiner Rückkehr anders machen, ohne zu wissen, welche Diffusität ich damit meine...

Nun, da mir der Alltag seine tristen, raubenden Seiten schon wieder ordentlich in die Gehirnwindungen schlug glaube ich zu wissen, was mir dieses Abenteuer gab..

Mein Kumpel, der G.., der lebt seit Jahren ohne Handy! Der brauch kein ständig neues "Infoinput" um uptodate zu sein!Keine täglichen Nachrichten. Keine neuen "Ahnungen", was evtl. wann, wo passieren könnte. Kein ständiges Radiogedudele im Auto. Er schafft es sogar, dem Einkauf mit Ziehwagen um die Ecke ein kleines Tageshighlight zu entlocken! Ich habe Ihm nicht nur einmal die Vorzüge meiner beschleunigten Welt klarmachen wollen und nicht verstanden, wie man diese Vorzüge der Zivilisation in diesem Zeitalter der ständig beschleunigten Erneuerung, ablehnen kann...

107 Tage war ich mit dem Notwendigsten unterwegs, zuallererst aber mit mir selber..

Ich habe nie wirklich gelernt, Zeit und Dasein in Ruhe mit mir Selbst und schönen Dingen zu verknüpfen, welche die Sinne bereichern. Ablenkung um jeden Preis, das war bisher meine Devise. Sachen Machen... Ackern, Neue Projekte, Planen,Sport-Sport-Sport, Freunde besuchen, Internet Träumen, neue Kämpfe und Herausforderungen annehmen...

Fünf Tage. Fünf schöne, bereichernde Abende.. Mit Gerda. Eine alte Dame, die den Kampf im Massenvernichtungslager Ausschwitz überlebt hat und deren Enkel das Schweigen in ihr beenden konnte... Mit Erich Fromm, der ein weiser Menschenkenner war. Einen Pfefferminztee bei Leselicht..., ganz ohne TV...

Die kostenlose, im Briefkasten um Leser lechzende Zeitschrift, welche doch eh nur die Schreckensnachrichten aus aller Welt verbreitet, und die ich vor 4 Monaten als "Couchhighlight" genossen hätte, landete ungelesen im Mülleimer...Was kann ich an diesen Informationen, welche mich täglich zumüllen wollen ändern...?

Ich verlor mein Handy auf der Reise und "soll mir wieder eines zulegen" wünscht sich die Familie. "Dann sei ich besser Erreichbar". Aber wozu? Warum soll ich mich in jeder Situation meines Lebens von einem Klingelton dirigieren lassen? "Kannste ja ausschalten" sagen Spontane Handybesitzer.... Ja wenn es eh aus ist, wozu dann? Wie haben wir eigentlich Früher ohne diese Dinger Überlebt???? Hatten wir damals ein verbindlicheres Miteinander? Wenn, dann ist mir dieses mehr Wert...

Der nächste Gang in einen dieser Einkaufstempel... Ich schiebe ihn solange wie möglich von mir.. Wer sind die Regisseure meines bewussten und unbewussten Lebens eigentlich? All die/das, welches meine Sinne Tag für Tag erreichen möchte und welche mich mit Direktem oder Unterschwelligem in Ihren Bann ziehen wollen, mir die Kraft und die Nerven für mich, meine Familie und all die Dinge, die meine Sinne bereichern könnte, rauben... Das isses.

Ich jedenfalls, freue mich auf den Englischkurs, den ich gebucht habe, die vielen Bücher und deren Wirkungen in mir, ohne im Hintergrund das schon nicht mehr wahrgenommene Werbungsgefasel aus der Glotze, auf die Zeit, die ich für Aufgaben in der Gemeinde haben werde, ein Mehr in der Natur, auf ein Arbeiten ohne Leistungsdruck... kurzum: Die Momente, die mich eher bereichern, als mir fadenscheinliche Glücksmomente vorzugaukeln!

Was auf Dauer bleibt, vermag ich nicht weiszusagen. Aber ich weiß schon jetzt sicher, das kein anderer meiner "Träume" mehr in mir hinterlassen hat, als diese Reise in die Entbehrung..Es war alles Wert.

Danach ist Davor ! oder auch, carpe diem......

Die letzten Kilometer....



Warschau und Krakau sind sauschön und ein DB Ticket für 39 Euro wert!! So schöne Altstädte, hab ich als Womopilot selten gesehen. Unsere Art, mitten am Hauptplatz in der Fussgaengerzone im Hostel unterzukommen ist eine schöne Erfahrung für den Eigenbettbesitzer Tommi.. Inmitten der schönsten Scenerien für 18€ inkl. Frühstück zu nächtigen hat Relation, wenn man bereit ist, mit 6-7 anderen in einem Zimmer zu Schlafen. Ok, vieleicht nicht für ne Hochtzeitsreise geeignet, aber sehr wohl, um mit allerlei Jungvolk aus allen Nationen Kontakt zu kriegen. Vorrausgesetzt, man kann englisch... Meines lässt zwar oberflächen Gespräche zu, aber einen echten Austausch ala' Jensie (neid,neid) lässt es nicht zu (Kinder, lernt watta könnt!)...

Egal, das Wetter kann ja auch ein spannendes Thema sein. Apropo:

Regen macht Depressiv, sagt man... Mich noch Sauer dazu!  Nachdem wir schon das schoene Vilnius und das noch schoenere Warschau im Regen verliessen, war das Krakauer Innenstadtnesseln echt die Krönung!

Erst zieh ich mir mit "Auschwitz und Birkenau im Regen" am Vortag, das letzte Fünkchen Heiterkeit aus meiner dicken Pelle und dann diese Abfahrt..

Die Mopeds waren ca. 500Meter quer über den Altstadtplatz in einer Seitenstraße abgestellt. Da liefen wir im Strippenregen hin. Ich hatte meine Regenüberziehkleidung nich an und so wurde alles nass. Es waren überall Absperrungen und hunderte Polizisten zu sehen... Toll, es is irgendeine Sportveranstaltung! Pitsch und Patsch umfuhren im Sauwetter immer wieder die Altstadt ohne eine Chance in diesem Einbahn und Absperrwahn zu sehen, die uns näher an das Hostel brachte, um aufsatteln zu können. Ich verlor die Nerven... Absteigen und die Kiste durch eine enge Seitenstrasse schieben, war meine Lösung. Dabei spann der idiot der mir entgegenkam und die Straße vollends verstopfte, meine Kopfsehnen bis zum Peng! Wie soll ich denn die Kiste den Bordstein hochschieben!? IDIOT!!!   Meine Kraft, zu ertragen war aufgebraucht. Ich kam naß von aussen, naß von Innen , schiebend am Hostel an, und musste mir den Spruch reinziehen "Hallo, auch schon da. Ich bin an den Bullen vorbei. War kein Problem.", und hatte Hals. WATT HATT ICK HALS!! UND WIE!!  HALS WIE NIE,MANN! Das schlimmste war eigentlich, das sich die Rollen vertauschten an diesem fürchterlichen Morgen(2h zu spät). Da sacht mir mein Schwabe auch noch mit lächelm im Jesicht " hey, das is deine Prüfung Heut. Du sagst doch, das alles eine Prüfung is". Da hat er mich doch glatt mitt meinen eigenen Waffen geschlagen, der Fuchs, und mir ein Lächeln aus meinem geschwollenem Hals entzaubert...:) Der Jens. ...

Wir fuhren dann schon kalt und nass unseren letzten 620 Km richtung Berlin entgegen, in dem Wissen keine Zeit mehr für grosse Aufwärmpausen zu Haben.. Sch.. Vorstellung..  Nach einer Stunde gings nich mehr. 8 Grad, Dauerregen und kaum Sicht zehren an uns, und wir wissen nicht, ob wir das schaffen. Nach 300 Km jedoch hört der Regen auf und es wird wärmer, so das wir Gas geben und unsere Reifen einem 150Kmh Test unterziehen. Wir haben sogar noch Spaß und ich genieße das Ortsschild von Berlin mit einer komischen Stimmung in mir.. Ich lenke auf den Stadtring und bin neben mir... So lange war ich noch nie weg. So fern war mir das was ich sah auch noch nie. Ich war da! Ich habs gemacht und auch geschafft! Kopfkick..

Als wir vorne am Tor andonnerten, waren die Kinder da und warteten bereits. Meine kleinste, die Lissy, heulte vor Freude und ich hätte mitheulen können.. Wir fuhren herein und ich war von den Socken. Ein dickes Willkommensplakat und ich sah so viele der lieben Gesichter, die mir etwas bedeuten. Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, da mir Angela zuvor allen Wind aus den Segeln genommen hatte. Ich stand neben mir... Ich war überwältigt und gerührt zugleich.. Danke Ihr Lieben! 

Ich hab es getan.........................................dank euch.............   :.....

16.9 Bei verregneten 6 Grad nach Vilnius
















Es ist wahnsinn, wie lange man braucht, um aus den Tantakeln dieses Riesenmonsters Moskaus zu entfliehen! Wir quaelen uns bei arschkalten 6 Grad und immer wieder Regen raus aus der Stadt und ich fuehle mich nich gut. Autos, die Krieg mit uns spielen, schlechte Sicht,mehrere Verfahrer und ueberhaupt... Ich habe ein Sommerurlaub gebucht, und kein Strafgefahrenenlager bei Minusgrade!!!! Doch kommt mir beim Vorankaempfen auch das Gute des Schlechten ins Stammhirn... Hatte ich nicht seit Anfang Juni nur 2 nasse Tage, bis Moskau, und war reichlich mit Sonne und tollem Wetter beschenkt worden? Es gehoert zu so einer Reise dazu, auch die entgegengesetzten Erfahrungen mit nach Hause zu bringen, beruhige ich mich und nehme es einfach hin, das meine Griffheizung nicht funktioniert, meine Handschuhe nass sind, und die Verkleidung als Michelinmaennchen nicht sehr effektiv zu seien scheint...... Ohne solche Momente waers ja langweilig... So frieren wir uns knappe 500 Km von Moskau davon.. Ich Dusche mich in einem russischen Motel 1h warm und der Jensie hupft sogleich ins warme Bett und kommt da nich mehr raus. Wir nehmen noch ein oeko Abendbrot (Bounty, Chips, Erdnuesse) bei russischem Gequake im TV und sind brav und kaputt um 22:00 im Land der Traeume...


Am naechsten Tag werden wir endlich wieder zu freien Menschen!! Im gleichen Wetterpudding wie am Vortag, buddeln wir uns mit ein paar Aufwaermstops, zur russich/Lettischen Grenze durch. Es ist wie eine kleine Befreiung... Keine begriffsstutzigen Bedienkraefte mehr, keine totalitaere Macht auf der Strasse, Flexibilitaet Europas, Individualitaet, ich koennte endlos aufzaehlen....
Dieses Land, so schoen es in seiner Natur auch sein mag, ist fuer einen frei-denkenden und mit Lebensqualitaet verwoehnten Menschen, wie eine befrueckende Notloesung des Lebens.. Ich freue mich und habe das Gefuehl, gleich wieder "zu Hause" zu sein, obwohl das doch erst die Lettische Grenze ist und noch so Weit von meiner Couch entfernt...
Aber zuerst kriegen wir noch eine Abschluss-Kostprobe eines "aufstrebenden kommunissmus":
Genau bei uns versagt der Computer der gesamten Grenze." Njiet robotek", heist das dann mal wieder auf russisch... So frieren wir uns ueber eine Stund die Fuesse platt, waehrend eifrig neue PC's hin hunt her getragen werden und die Schlange Autos hinter uns anwaechst. Das gelangweilte Getue der Grenzbeamtin ist wie aus alten Zeiten und wir lassen das einfach passieren. Zur Kroenung entdecken wir noch eine Kantine und duerfen zum Abschluss nochmal die ranzige Kueche Russlands testen, die meinem Magen ein Feuerwerk des Sodbrandes liefert..
Raus, einfach nur Raus...
Nach 2h haben wir es geschafft, und die lettischen Formalitaeten sind letterlich... Jeeah!
EU du hast uns wieda!
So heizen wir ca. 170 Km durch dieses schoene Land und geniessen die ersten Stadtplanerischen Schoenheiten... So wie es halt Europaeer lieben. Wir durchfliegen die offene Grenze zu Litauen und ich bin so gluecklich, in diesem vereinten, freien Staatenbund leben zu duerfen! Gerade auf einem Motorrad zu Reisen, bedeutet Freihet spueren zu koennen. So viel mehr direkter als in anderen Formen des Reisens. Und so ist diese eine kleine Grenze, meine neue "Grenzerfahrung"
Europa - ein echtes, gosses, gutes und notwendiges Experiment!
Nach 490 Km Tagespensum trudeln wir Abens um 8 in Vilnius, der Hauptstadt Litauens ein.
Wir finden unser neues Hostel und beziehen sogleich unsere Betten im 8er Zimmer.
Ich finde diese guenstige Form ja echt klasse, dachte ich bis Heut.... Die anderen 4 Ami's sind bis um 4 Uhr Morgens lautstark damit bescaeftigt, sich (und mir)das Einschlafen zu verhindern, wobei auch ein meckern nich viel hilft! OK, Rache folgt am Morgen, denk ich......

Wir gehen noch ein wenig durch die Altstadt von Vilnius und ich bin total begeistert..Diese huebsche, historische und liebevoll gestaltete Altstadt hat Stil und Jungen Charme.
Wunderschoen und eine Reise Wert!
Wir zwee beede Speisenfraeks geniessen das erste eoropaeische gute Essen (chinesisch) und hitaher noch creppes und'n Latte Macciato und freuen uns wie Lolek und Bolek :)
Satt,zerfroren und Kaputt jehts ins Hostel...

Wir werden am 18.9. die letzten 1500 Km nach Hause, ueber das ehemalige Ausschwitz ableisten, und ich moechte am Samstag um ca. 19 Uhr zu Hause eintreffen.
Wer Zeit und Lust hat, sei zu einem kleinen "Willkommenstrunk"herzlich einjeladen:)

Der tommi

9.9.-14.9. Pitsch und Patsch in Moskau....













Wir wurden am 9,9, um 11 Uhr wieder in die Freiheit entlassen und hatten Muehe, unseren Beinmuskeln mehr als 100 Schritte zu befehligen. Es war schwuel und Regnete. In der riesen Bahnhofshalle verbrachten wir die naechste Stunde um allerlei Dinge per Telefon zu erledigen. Es ist mal wieder ein kleiner Krieg, all das zu bekommen, was bei uns so leicht ist.
Dann in die Metro. Whhoooaau. Moskau und St. Petersburg haben die tiefsten Metros dieser Welt und ich komme mir inmitten dieser Menschenmassen vor, als sei ich ein Tier im Viehtrieb und werde zum Schlachte in 200 Metern Tiefe gedraengelt. Der Prunk Marxistischer Baukunst ist beeindruckend und die sich kreuzenden Menschenmassen auch. Wahnsinn, muss man gesehen haben. Wir tappern mit unserer Habe zum Hostel, welches in der Laufnaehe zum Kremel liegt, und sind erfreut, eine modern gefuehrte WG im Ikeastil, mit free Internet anzutreffen. 20 Hochbetten, verteilt auf 2 Zimmern., Treffpunkt fuer Traveller aus aller Welt, deren Offenheit schnellen Kontakt ermoeglicht. Die Gemeinschaftskueche ist Mittelpunkt und es ist locker. Man sollte nur die Gerueche anderer und deren Einstellung zur Nachtruhe nicht so ernst nehmen, und dann isses ok...
Jensie und Tommi latschen mit ihren neuen Regenschirmen in warmen Lila und geriatrischen Brauntoenen, wie Pitsch und Patsch durch den nicht endenen wollenden Regen (bei 8 Grad ohne warme Sachen!) und erobern in Lenin, den Kremel und das beeindruckende Kaufhaus Gum. Bei Lenin darf man kein Wort sagen und da stehen ueberall Soldaten und schnipsen mit den Fingern, wennde was falsch machst. Ich soll meine kalte Hand aus meiner Hosentasche nehmen, schnipst mich der Eine wuetend an... Die spinnen doch, die Roemer....

Als wir quer ueber eine vielbefahrene Strasse ggueber dem Kremel rennen, war es mal wieder so weit. Die ach so wichtige Strassenpolizei kam uns in form zweier wichtiger Beamter entgegen und wir ahnten, das dies mal wieder eine Anekdote wird. "hoffentlich nich eine allzuteure", dacht ich mir noch im hinterstuebchen und wurde schon in den warmen Mannschafftsbus gefuehrt...
"Schoen Warm hier" sachte ick freuend zu meinem Jensie, um auch nich Angst vor den Dusseln zu zeigen. Heute war mein "Oppositionstach", beschloss ick, und sachte zu dem Dicken, "Nee, warum soll ick dit unterschreiben, nur weil ick ueber die Strasse Latsche?". darauf sacht der, wir "breake the Rules of russia"....he,he, wenn der wuesste...
So trotzten wir nochmals der Unterschrift unter dem dusseligen Protokoll und liessen uns von dem anderen auch nicht wegen der Bemaengelung unserer Registrierungen einschuechtern. Denne setzte ick an: (Hatte ich doch irgendwann mal ne Story gelesen, in der einer mit nem Bekannten im Kremel pokerte)" hey, Jens, do you have the Number of the German Ambassady in your Phone"? Mit einem gleichzeitigen Kniekick kam ein sicherndes Bejahen und Jensie griff schon zum Telefon..
Ratz die Batz haettet Ihr mal sehen sollen, wie die beamtete Kavallerie Moskaus kleine Stummel in der Hose hatte und uns mit einer muendlichen Verwarnung aus dem warmen Auto schmiss...;)
Das war ein Tagesthriumph!! Ich kann mir echt nicht mehr vorstellen, am Anfang der Reise soviel Angst vor diesen Idioten gehabt zu haben, und sogar etwas gezahlt zu haben!!!! Anfaenger eben...

Wir erledigten in den folgenden Tagen eine Menge und ich war verwundert ueber diese Gigantomanie.... Jedes 3te Auto ein Wagen ueber 100tausend Euro. 12 spurige Strassen auf denen 100 kmh normal sind und die nur mit seltenen Unterfuehrungen zu ueberqueren sind. Die gigantischsten Bauvorhaben dieser Welt (groesstes Hochhaus, und groesstes Gebaeude). Menschenmassen wie im Viehtrieb. Kameraeberwachung und Security erdrueckend... Ein Gefuehl der kapitalistischen Gigantomanie, unter dem Mantel der kommunistischen, totalitaeren Macht, versuesst mit allerlei Historischen Schoenheiten.... Moskau muss man mal gesehen haben...

Wir bekommen mit Hilfe von Jewgenie (der Bootsschrauber aus Vladi) nach langen Kaempfen die Mopeds aus dem Verladebahnhof und freuen uns das nichts fehlt. Ausser Benzin.... Mist. In stroemenden Regen versuchen wir irgendwie andere Autofahrer zu nerven, bis nach 30 Minuten Jewgenie mit 2 Plastikflaschen und 2 Litern ankommt. Ich fahr als "Tanker" alleine los, um eine Tanke zu suchen und den Rueckweg beinahe nich mehr zu finden... Zurueck, fuellen wir ein paar Liter von mir in Jensies Karre und kaempfen mit einem Motor der immer wieder ausgeht und schliesslich einer Batterie, die keine Kraft mehr hat. Schliesslich schleppe ich Ihn mit einem Seil, quer durch Riesenpfuetzen an. Scheiss Wetter! Ich hab keinen Bock mehr! Wir kaempfen uns durch eine Riesenstadt mit einem einzigem Stau und einem Einbahnsystem, welches wir verfluchen und kommen durchnaesst und verkuehlt im Hostel an. Dort nehmen im Hausflur meine Vordergabel auseinander, um die Simmelringe auszutauschen. Leider entdecke ich, das die Gabeloberflaeche das deigentliche Problem ist und hoffe, das die noch bis Berlin haelt. (teurer Ersatzteilurlaub...). Dabei werden wir von einer Irren Nachbarin angeschrien.... Hab keinen Bock mehr, will nur noch nach Haus...
Abends hat uns Jewgenie zu sich nach Hause eingeladen. Auf dem Weg dahin, der kaum zu finden ist,sind wir ganz schoen genervt. Du ick mach Schluss mit Dir", will ick beinah sagen, aber als wir es endlich gefunden hatten, und am gedeckten Tisch sassen war alles schon wieder heile.... Wir sassen bis 3:30 und waren froh, auch noch ein Bettchen von unseren netten Gastgebern gestellt zu bekommen. Gastfreundschaft ohne gleichen.... Russland eben....

Heute ist der 14 .9 und wir werden aufbrechen, um die 2500 Km bis zur heimischen Couch im Regen abzunageln...
Ick freu ma ja sooooo!

video

" Die lange Fahrt am Fenster"







Abfahrt Dienstag, 3 Uhr 16,. Ankunft Dienstag 11 Uhr 18.

Hoert sich einfach an, is aber nich so....
Dazwischen liegen ca 170 Stunden, 7 Zeitzonen rueckwaerts und schlappe 9342 Kilometer, quer durch die endlose Weite Sibiriens.
Eine Reise fuer sich und fuer uns die seit langem gehegte Hoffnung, abgeschottet von Allem, ein wenig Privatsphaere geniessen zu koennen und zur Ruhe zu kommen...
Vorher jedoch Hoffen und Bangen.......
Nach der strengen Ticketkontrolle unserer Waggonbetreuerin in Uniform, inspizierten wir unser neues "Reich" fuer die kommende Woche ( immer einen neuen Schlafplatz.....).
1,95m x 1,75m mit einem kleinem tischen und die unteren von 4 Betten mass unsere Wellnesskammer, wenn.........
Ja wenn da nich all die Kreaturen, die da schon im Gang poebeln, unsere traute Zweisamkeit gefaehrden wuerden....
Wir hofften, knabberten, verstauten hektisch, in der Ahnung, die Enge gleich mit zwei Ranzigen Alkoholikern teilen zu muessen....
Doch puenktlich um 3Uhr 16 rollt der Zug gen Moskau an und keiner dieser Nasenpeiniger will bei uns in die WG!!!!! Juhuuuu, Handfive!!!
Da hatte mein Jensie wieda Sonne im Jesicht und war von die Welt wida uebazeucht...!
Kateng, Kateng - Kateng, Kateng , sind die letzten, eintoenigen Laute, die ich diesem anstrengendem Tag entnehmen konnte.....
Die folgenden Tage sind ein Kuriosum fuer sich.... Wir verkriechen uns bei geschlossener Tuer im Abteil und geniessen es , fuer uns zu sein. Nicht Aufmerksam, nicht Funktionieren, nicht Anpassend sein zu muessen ist erholsam... Abhaengen, Schlafen, Lesen bis die Iris kracht. Am Fenster die dahingleitende Schoenheit, der mittlerweile herbstlichen sibirischen Natur geniessen und langsam begreifen, wieviele harte Kilometer wir mit unseren Kisten hinter uns gebracht hatten.... Wahnsinn........
Auf dem Gang roch es nach Schweiss und alten Leuten. Ab und zu erheitert eine Alkoholfahne die stinkende Eintoenigkeit.... Einer dieser Hygieneprinzen schafft es, sein Polyamid T-shirt eine ganze Woche zu tragen!!!
Wir sind die "andersartigen", da wir immer abgeschottet von den Gruechen, in unserem geschlossenen Abteil abhaengen. Iwan, ein junger Soldar (Der mi dem Dauershirt), nervt uns mit seinen Kontaktversuchen... Seine taeglichen 2,5 Liter Bier aus einer Riesenplastikflasche, sein Schweiss T-Shirt und seine mitgebrachten, getrockneten Fischknabbereien hinterlassen in unserer Kabine einen stundenlangen Geruchsnebel, wie ich ihn das letzte Mal in der Zoohandlung zwischen pullernden Riesenechsen und altem Hundefutter vernehmen durfte.....
Den Jensie und seine hilfsbereite, nette Art sei Dank, kommt Iwan am darauffolgenden Tag mit allerlei kicherndem Gefolge an und will sich in unserem Abteil breit machen. Das war mir zuviel..
Ich bin nicht unhoeflich, nee, aber ich setzte mein "totes Gesicht" auf und vermeide freundlich zu sein. SchwupdiWupp.... Ick liebe mein Jesicht!!! (och wenn ick der einzije bin:)
Waehrend an Bahnhoefen die Abteillautsprecher unsere Ohren mit Modern Talking Geplaerre quaelen, wird damit das Zeichen gesetzt, das ein laengerer Stopp ( 15-20 Min) bevorsteht.
Man nehme Geld, Paesse, Tickets ( da der Zug ohne Vorwarnung weiterfaehrt, und es nicht selten vorkommt, das einer draussenbleibt...), und stuerme Hinaus zu einer der alten "Babuschkas", welche ihre Habseligkeiten vor sich auf dem Ziehwagen darbieten. So kommen wir zusaetzlich zu den eintoenigen Nudelsuppen immer wieder an frische Tomaten, Gurken und Piroschkas. Nach 4 Tagen merken wir die ersten Zeichen von Hospitalismus und Fresswahn, gepaart mit zuviel Schlaf und Bewegungsmangel...
Ich bin Unausgeglichen, traege und Gelangweilt. Geduscht wird mittel Kaffetasse im Klo, welches einen Bodenablauf bestitzt (aber das Klo wird 30 Min vor bis 30 Min nach einer der vielen Bahynhoefe verschlossen!) . Eines der ranzigen Tageshoehepunkte!
Jeder Wggon wird von einem 2-koepfigem Betreuerregiment (bei uns 2 strenge Frauen...) im Schichtsystem regiert. Man koenn die meckern....Beim Fahren , Sachen des taeglichen Bedarfs woanders als im eigenen Wagen, bei einer der Meckerziegen zu kaufen, bedeutet Hochverrat!! Wir erzeugen ungewollt ein Territoriumgezanke erster Klasse..
Und ueberhaupt: Bis auf eine kurze Gaesteschaft von Mutter mit Kind am 5.ten Tag geniessen wir das Auftanken und begreifen allmaehlich, das dieses Land riiiiiiiieeeeeeeeesengross ist. Unbeschreiblich gross....
Jetzt ist sie da, die Zeit in der ich die Landschaft aufsaugen und beim dahergleiten auf meine Festplatte brennen kann.. Die Zeit, die ich mir bei jedem Zufallstreff mit einem Zug der Transsib "on the Road" wuenschte, da die Stasse mich meiner Aufmerksamkeit fuer die Sibirische Schoenheit staendig beraubte..
Der Baikalsee treibt wie ein riesiges Meer langsam an uns vorbei und hinterlaesst beeindruckende Stimmung in mir...
20 % der Suesswassermenge der gesamten Erde beherbergend und eine Menge, die die Ostsee 2 Mal ausfuellen koennte!! Alle Fluesse dieser Erde wuerden 1 Jahr benoetigen, um diesen, fuer die Menschheit sehr wichtigen Speicher, wieder zu fuellen!
Dieses Land hat Dimensionen, die ich ganz langsam begreife..
Jens und ich merken auch in der Enge, einen idealen Reisepartner gefunden zu haben.
Ich bin mit meinen Gedanken immer oefters "zu Hause" und frage mich, wie die erste Zeit wohl sein wird?....
Es wird Zeit... Nach Hause.........
Kateng, Kateng - Kateng, Kateng - Kateng, Kateng .................

der Abschied aus dem " fernen Osten"

Wir verbrachten den Abend des 01.09. mit unseren 3 Aussies und 2 weiteren aelteren Ehepaaren aus NZ und AUS in einer Pizzeria und Monte-Zuma liess mich die meiste Zeit Monologe in Englisch auf einer so herrlich westlichen Pizzeria-toilette halten ( I hate Plumpsklo's) . Man kann sich ueber so kleine Sachen freuen!

Am naechsten Tag wurden wir mit Spontan-vollicht um 06:30 Uhr von Crazy-Chris geweckt. Der muss frueh los um die 750 km nach Khabarowsk zurueck zu schaffen. Dort warteten Scott und Kim aus dem Oasis auf ihn. Gemeinsam wollten die Drei dann ueber Japan nach Alaska und Suedamerika weiter. Wir verabschiedeten uns herzlich, denn wie mochten ihn sehr, diesen 55-Jahre jungen Crazy-Aussi aus Sidney. Chrisliess beim Starten seiner alten BMW GS 80 mit seiner unkonventionellen Auspuffanlage saemtliche Alarmsirenen des Parkplatzes ein schraeges Konzert spielen und brauste davon. Das Wetter war japanisch. Feucht, diesig und ab-und zu troepfeln.Wir haben bis 14:00 die Zeit totgeschlagen, um die Waesche trocknen zu lassen und kamen uns in der Business-hektik des Betriebes langsam stoerend vor. Es war Zeit zu gehen.
Mischa, der Chef fuhr uns noch mit all unseren Rapeiken zum Bus und da standen wir nun...
Vollbeladene, zu Backpackern degradierten Fussgaengern, ohne knatternde Freiheit unter uns.
Langweilig und schwer. Schnell die Sachen bei der Gepaeckbabuschka im Bahnhof gelagert und denne Sachen machen.
Zuerst was essen! (von dem war mir die ganze Nacht Speiuebel), denne Internet (2h Blog-schreiben, denn auf den falschen Menuepunkt in russisch kommen und 2 Stunden Arbeit vernichten, denne voll sauer sein, denn so bloed sein und 5 Tueten fuer eine Woche Zug einkaufen ( im 24-h- Markt!!) Um danach festzustellen, dass wir den ganzen Abend damit rumlaufen muessen. Danach hatten wir Ron und Niva, den verbleibenden Aussies noch eine Verabredung in der Pizzeria. der Zufall wollte es, dass am Nebentisch ein Paerchen sass und sich nach 20 Minuten umdrehte, um in perfektem Aussi-englisch aufzumerken, dass man wohl aus dem gleichen Land komme. Beide wohnten in der Naehe von Ron und so fuegte diese kleine Welt an diesem Abend wieder einmal 6 voellig fremde Menschen auf wohlig nahe Weise naeher zusammen. Geschichten und Lebensweisen gingen ueber den Tisch....
Wieder einer dieser bereichernden Abende, die leider auch ein Ende haben muessen. Wir begleiteten Ron und Niwa, die fuer Ewig auf meiner Festplatte und in meinem Herzen bleiben werden, zum Hotel und verabschiedeten uns dort um 1 Uhr in der Nacht.
Wir schlenderten zum Bahnhof und liessen all das Erlebte der vergangenen Monate nocheinmal in unseren Koepfen wach werden und resuemierten: Das war ein sehr guter Abschlusstag!

Im Bahnhof angekommen, holte uns die Realitaet ein. Die Wartehalle war ein wunderschoenes, historisches Gebaeude und wirkte in frisch resauriertem Zustand sehr Prunkvoll. Doch die sintzenden und liegenden Anwesenden in der Wartehalle erinnerten mich und meine Nase eher an die Zeit auf der Innenstadtwache, Berlin-Bahnhof Zoo. Obdachlose, ungepflegte, Alkoholiker und dazwischen sassen ein paar skeptisch dreinblickende "Normale".
Den skeptischsten Blick aber, den hatte mein Jensie. Ich konnte foermlich sehen, wie sich sein Hirn mit der Vorstellung graemte, mit solchen Kreaturen evtl. 7 Tage und Naechte ein Abteil behausen zu muessen. Er ist ja echt schon locker geworden der Jensie, aber dies hier liess seine Gesichtsmuskeln tanzen, als muesste er mit Horst Schlaemmer persoenlich ins Bett steigen...

29.8.-02.9. " old russian Tradition.."













Nachdem wir Vorgestern mit Chris, dem Aussie, unserem neuen Boxenmitglied und Jewgenie ( Er baut hier Nebenan sein Kaputtes Boot aus Japan wieder auf und schleppt staendig schwitzend neue Ersatzteile in unsere Wohnung) , eine spontane RockabillyParty in der Box hatten, schien uns
Gestern der Boxenkollaps ins Gesicht geschrieben...
Beim Allabendlichen chinesischen 3 Minuten Nudelsuppendiner, der in unseren Gesichtern nur noch mehr Langeweile erzeugte, war es Mischa, einer der Chef's und Clubpraesi, wohl zuviel:
"Hey Joker, du hast doch eine Huette im Wald. Nimm die Beiden doch mal mit, aber bring sie ja heil wieder",war der Inhalt der russischen Laute, die er seinem Kumpel Joker, alias Sergei, ins zurief. Deren Inhalt verriet uns Sergei erst spaeter. So bekamen wir 2 Minuten spaeter ein (uns vor dem Hospitalismus rettendes) Angebot von Sergei in perfekt gebrochenem Englisch:"Habe meine Frau in Naturwald, arbeitet Holzhaus.Kann fragen Sie, ob Wochenend geht gut, wenn Ihr wird?"
Mein Lensie und ich verstanden den Inhalt schon, und jeder schickte den bekannten"Frageblick" an den anderen, mit dem gleichen Ergebniss wie beim letzten Mal:"Ja gerne, vielen Dank" war die mit Zweifeln triefende Antwort von Jens und wir waren uns einig, das wir die Dinge die da Kommen koennten, einfach passieren lassen und ohne Wertung "erleben" sollten. Joker verabschiedete sich und wollte uns am naechsten Tag, Freitag um 15 Uhr abholen. Uns war Mulmig und in Erahnung eines Kraeftezehrenden Wochenendes, gingen wir frueh Schlafen...

Tag X begann Frueh.
Wir hatten die Banja (russ. Sauna) die 200m um die Ecke lag, um 9 Uhr komplett fuer uns reserviert. So hatte ich in 3 Saunagaengen endlich die erste gruendliche Gelegenheit, meinem Koerper die wohlgehueteteten Bauchfussel und Streckenkruemel der letzten 17600 Kilometern zu entreissen, und dem Wochenende mit einer blumigduftenden und softweichgecremten Speckhuelle entgegenzutreten.
Wir zeigten Chris danach noch den Weg mit dem Bus in die Innenstadt (30 Cent!), und Er uns das Bierzelt am Bummelstrand. Dort speisste eine Gruppe Japaner in mir voellig unbekannter Art auf folgende Weise: Ein ganzer Bierzelttisch wurde vollgepackt mit Plastiktueten, voller toter Meeresbewohner. Ueberall wurden Krakenwabbel, 30 cm lange gepanzerte Beine und andere weltraumartige Dinge zerrissen, zerbissen und deren Reste ins Meer gespuckt.Parallel dazu gab es Tueteneis und russisch Billigbier aus Plastikbechern. Abgerundet wurde das Bild mit den fuer Japaner ueblichen 500 Fotos und einer Sprache, die die Japan-lust in mir wieder hochkochen liess..."Nein, Tommi, nicht jetzt, nicht hier, aber in diesem Leben", sagte ich zu mir selbst und trottete mit den beiden Anderen zurueck zur Box, um unsere 15:00-verabredung einzuhalten.

Mit russischer Puenktlichkeit wurden wir 2 Stunden spaeter als geplant von Joker und seiner Frau Tatjana in einer V8-limo (Ein hiesiges rechtslenkendes und Spritschluckendes, Standard-Status-Monster), abgeholt.Mit dem Jensi seinem 16 Taschen-Expeditionsbedarf (Watt so ein jud gepflegter junger Mann halt so alles braucht), war der Kofferraum sogleich vollends gefuellt.
"Und denne los !" ... dacht ick!
No, first you will see, slow, slow! "meinte Joker, der das Wort "slow" eigentlich fuer alles einzusetzen schien, aber sich seiner eigentlichen Bedeutung nicht recht klar war.
Am Kiosk noch schnell zwei riesen Plastikflaschen gefuellt mit Bier vom Zapfhahn ( igittigitt ! )
und denne los! dacht ick! ...
" slow, slow" kam wieder mit chef-artigem Gehabe. Ok. Ja klar. Bazar, Sachen kaufen. So rannten wir 10 Minuten spaeter getrennt durch die Marktgassen und machten einige Fleisch-, Gemuese- und Alkoholbudeneigner zu kleinen Millionaeren, denn Jensi und ick wollten uns mit dem Bezahlen der Sachen gleich erkenntlich zeigen.
Warum im Wodka-kiosk gleich 8 Flaschen ueber die Theke gingen, wollte mir im Moment nicht so richtig in den Kopf gehen, ... aber spaeter !
Wo waren sie nur hin, meine Guten, spirituellen Vorsaetze, die mich auf dieser Reise zu einem neuen Selbst bringen sollten ?! Anstatt ich mit Glaubensgeschwistern aus aller Welt beim Redetee und Sprechkerzen-gesang neuen Wege fuer diese Erde finde, treibe ich kerzengrade in ein suizidales Wodkasaufen und Schweineschaschlik-wettessen hinein, ohne eine Notbremse zu finden, die mir eine Beulenfreie Absage bei meinem gut durchtrainierten Biker-gastgeber garantiert haette!!
So stehen wir 20 Minuten spaeter vor einem haesslichen russischen Plattenbau der Siebziger und quetschen Olga, eine ca. 40-jaehrige, zierliche Person und Freundin der Gastgeberin, zwischen Dick und Doof auf den Ruecksitz, um schnell festzustellen, dass auch sie kein Englisch kann. "Na prima", denk ich mir und nachdem ich merke, dass eine Uebersetzungskomunikation eines kaum Englisch-beherschenden Fahrers der zudem vom Freitag-Abend-Stadtstau gestresst ist, keinen Sinn hat. Ich versuch's mit ein paar Spaesschen, die die Stille etwas brechen aber nichts helfen. Dann rollen und stehen wir uns die naechsten 3-einhalb stillen Stunden bis zum Ziel. Dorthin gelangen wir nach 2 Flussdurchfahrten, die auch schiefgehen haetten koennen.
Die Russen sind irre! Wir kommen an ein Holzhaus, welches mitten in einem Naturschutzreservat liegt und von Tatjanas Papa Michalovic bewohnt wird. Einem durchtrainierten, ca. 60-jaehrigen Naturburschen, der als Trapper und Waldhueter arbeitete und dem das Leben tiefe Spuren in sein Gesicht und seinem Blick geschrieben hat.
Ein echter, russischer Familienpatron mit Charisma und Wuerde. Wir bekommen die Huette und die Schlafecke fuer die naechsten 3 Tage gezeigt. Kein Schwein der Welt haette mich vor 3 Monaten hier rein gekriegt, geschweige denn zum essen oder zum schlafen gebracht! Es riecht nach Muff. Die Kueche wirkt als sei sie aus einem Vorzeigealbum des Gesundheitsamtes fuer "unmoegliche Beispiele" entkrochen und ich war froh, die bemuehte Gastgeberin noch schnell davon ueberzeugen zu koennen, dass ein Schlafsack fuer Biker genuegt und toll sei. 2 minuten spaeter und ich haette unter Omas klammen Pferdedecken naechtigen muessen, die wahrscheinlich schon Rasputins Gefolgsmaenner als Fussdenken dienten. Schnell hatte auch mein Jensi seine 16 koeniglichen Taschen-Mitbringsel auf unserer ueppigen 1,90 X 1,10 m - schlafebene verteilt und wir konnte zum lockeren Teil des Abends uebergehen. Das Feuer loderte schon und heizte uns, wie die 2 folgenden Flaschen Wodka ein. Der Vegetarier ass als freundlicher Gast das Gleiche wie Alle. Es wurden Pelmeni (grosse Teigtaschen, gefuellt mit Hackfleisch und Kartoffelpue), sowie geraeucherter Speck und Brot dazu gereicht. Als dann versuchten wir in einer kuriosen Mischung aus schlecht uebersetztem Englisch und noch schlechter verstandenem Russisch unsererseits, die Kultut und Herkunft des jeweils Anderen zu verstehen. Wir redeten nicht selten aneinander vorbei, was man schnell den fragenden Blick seines Gegenuebers allzu oft entnehmen konnte. Mit Fleesch im Bauch, Wodka im Kopp und 336 Mueckenstichen in der Speckhuelle, torkelte ich, der Anbegriff menschlicher Disziplin und Verfechter des vegetarischen Leitgedankens, in meine klamme Pferdedecke und schlief friedlich ein.

Bis um 01:00 Uhr...
Um 03:00 Uhr...
und um 06:00 Uhr.
Das waren naemlich die Milchzeiten der 4-monate alten kleinen Urenkelin des Trappers, die im Nebenraum lautstark nach Milch verlangte. Supi. Nun schliefen wir in einer ca. 30 Quadratmeter grossen Waldhuette zu neunt, und ich fuehlte mich wie ein frisch gebackener Vater mit Fels im Kopp, oder einfach nur im falschen Haus oder noch besser: in einem meiner wirren Vollmondtraeume aus denen ich hoffentlich gleich zuhause, neben meiner Frau aufwache, und der Geruch nur daher kommt, weil wir entgegengesetzt liegen...
Als ich im Morgennebel um das ganze Gehoeft vorbei an einer Toffifee-grossen Spinne rannte, um meinen von Fremdspeisen gequaelten Reizdarm zu erleichtern war es soweit. Morgens um sechs auf einem von Leinentuch abgetrennten Plumpsklo mitten in der Wildnis zu sitzen und mit Darmkraeften und 126 Muecken zu kaempfen, war der Moment mich zu fragen, ob ich das hier wirklich wollte.

3 Stunden spaeter sass ich mit Jensi am Kuechentisch und es war das erste Mal auf dieser Fahrt, dass wir Beide gemeinsam Traenen vergossen...
"nicht abwischen! ", lautete der Befehl von Joker, "old russian Tradition".
Er war dabei das Schaschlik und die von uns geschnittenen Zwiebeln in einen Topf zu ruehren.
Erst als er selber Traenen vergoss und auch wischen musste, war das Heldentabu gebrochen.
Danach gab es russisches Landfruehstueck im Freien: Eine Schuessel Pellkartoffeln, einen Teller oelige Makrelen, eine Schuessel Salat, eine Gesamtknolle Knoblauch, abgerundet mit der ersten Flasche Wodka an diesem Tag. der Tag war sonnig und warm und so fuhren wir an einem von russischen Campern bevoelkerten Strandabschnitt.
Das japanische Meer war warm und der Wodka liess mich so herrlich die Scheu verlieren, meinen Brotkastenkoerper in Unterhose ins Meer zu waelzen. So folgte ich gelassen Joker ins Wasser, der mir stolz und muskuloes praesentierte, wie denn ein Krokodil ins Wasser sprintet (bebirnt). Meine Version eines Wildschweines liess ihn unbeeindruckt. Wir relaxten in der Sonne und kaudelwelschten geduldig aneinander vorbei. Ploetzlich riss Tatjana meine Haende zu sich und meinte sie wolle jetzt aus den Haenden lesen. Ich halte von so etwas ja prinzipiell nichts, liss sie aber gewaehren, wie ich spaeter erfuhr war ihre Grossmutter eine der Schamanenkunst maechtige Burjatin, die ihr ihr Wissen ueberlieferte. So sah sie sich erheitert das Liniengewirr meiner Haende an und liess einige Oh's und Ah's von sich. "Du sehr big", lautete Jokers erste Uebersetzung und ich war geschmeichelt wie vom letzten Date mit meiner Waage. " Nein, meint, du sehr gross Seele und tiefe Augen wie Baikalsee! " Ui, ich war geschmeichelt aber dann kam etwas, was mich doch sehr beruehrte: " Du langes Leben, immer Gott bei Dir, ganz nah und auch ganz viele Engel" ! Das beruehrte mich sehr und mein innerer Zweifel, dem Hokus-pokus Glauben zu schenken schwand dahin. Meine reise war sicherlich auch auf spirituelle Dinge ausgerichtet, was in dieser, nach Machogetue und Bikerslang ausgerichteten Runde jedoch bisher kein Thema war...Woher spuerte diese Frau, dass ich in den letzten Monaten eine ganze Armada von Engeln in ABM-stellen beschaeftigte, die mehr als einmal genug zu tun hatten ?! Die weitere gute Nachricht, dass in meinem Leben nur eine Frau existiert (Angela oder Mutti?) war eine wohlige Abrundung meines kleinen Gefuehlshochs.Mein breites, Pieva-unterstuetztes Grinsen hielt den ganzen Tag :-)
Zurueck an der Huette bestaunten wir das Fell eines selbst erlegten Baeren und bekamen die Gewalt einer Flinte mit 70mm-munition, in einer praktischen Schiessuebung zu spueren.
Mir war nicht ganz wohl dabei, wenn angetrunkene mit Elefantentoetern rumhantieren.
Der Abend wurde mit Schaschlik, viel Knoblauch uind Wodka mit alten russsischen Volksliedern am Feuer untermalt und gab so, in einer puren, fantastischen Art, das Herz dieses Landes preis...
Tags darauf sollte unser Expeditionstag sein. Nach den ueblichen 3 Wodka (old russian Tradition), zum fettigen Schaschlikrest aus der oeligen Bratpfanne, zweifelten wir langsam an uns.MIt 3 Wodka am Morgen im Kopf, fuehlten wir keinerlei Ansaetze von Schwermut im Kopf. Im Gegenteil! Erst danach spuerten wir das voellig "normale" Gefuehl, was wir im Alltag kannten...Mich umkam die duestere Fantasie, dass, sollte ich ueberhaupt hier jemals wieder rauskommen, als Delirium geschuettelter Alkoholiker mit kompletter Polyneuropathie und Fettleber-Diabetes 2 - typ zur Box zurueck komme, und als Penner mein Stadtstreicherleben in Vladivostok beenden werde.

Bedeckt mit allerlei Laecherlichkeiten zur Abwehr von Getier stampften wir Vier durch das nasse Unterholz des Naturreservates, in dem tatsaechlich noch Baeren und sibirische Tiger in freier Wildbahn lebten.

Joker, unser Guide versuchte uns das wortlose Folgen als spannende Wichtigkeit zu befehligen, was Pitsch und Patsch jedoch nicht von einigen Plappereien abhalten konnte. Nach 2 durchwatschelten Fluessen, 4 km und meiner zerrissenen Hose spaeter, gelangten wir an einen einmalig malerischen Platz gelegenen, wilden Bachlauf.

der Vegetarier toetete sogleich 2 Forellen per kurzem Angelhub, nachdem er dem Wurm fachgerecht, mehrmals den Widerhaken durch den Leib quaelte.
Er hatte ein echt schlechtes Gewissen den kleinen in Reih und Glied aufgespiessten Fischlein in die starren Augen zu schauen. Sorry .....
Mein Freund Gunnar waere jedoch stolz auf mich! Der Tag war diesig, trueb und schwuel und auf dem Rueckweg sammelten wir weitere 6000 Mueckenstiche. Der Abend endete diesmal am Kuechentisch und wir hatten viel Spass.

"Ihr Montagmorgen zurueck...", war Jokers Aussage am Donnerstag gewesen. Aber so richtig haute das nicht hin...
Unbeeindruckt von allen non-verbalen Zeichen unsererseits, doch endlich aufzubrechen, liess sich Joker Zeit fuer Mittagsschlaf und andere Musse, um uns zu zeigen, dass in Ostsibirien anders laufen. Um 17:00 Uhr, nach ca. 500 Polizeiposten (spaeter war zu vernehmen, dass Herr Putin an diesem Wochenende alle Ehre machte und in unserer Region einen sibirischen Tiger abschoss), waren wir in der Box zurueck und fuehlten uns merkwuerdig "zuhause"...
Wir fuehlten, es war Zeit hier wegzukommen...

27.8.08 wat soll ick n sag'n...

Staune selber ueber meine Vernuenftige Entscheidung... Tut mir so weh in mir und fuer Euch, da ich euch keine Bilder und Story's aus Japan senden kann, aber eines sei gesagt....:
Der Virus hat mich ! Dies wird nicht meine letzte Reise dieser Art gewesen sein! Ich weiss nich wann, doch ich weiss, DASS!

Wann und Wo es weitergeht.... doesn't matter!

Der heutige Tag, den hat der Jensie auf seiner Seite schoen beschrieben!
So mach ich mir es einfach :)

Lest Jensie's Seite, die is ooch juut:)

Ick freu mich auf eine heutige Einladung eines Clubmitgliedes, in sein Haeuschen im Wald zu verbringen...
Mal sehn, wer mir da begegnet..

Heute jedenfalls, iss/n langer Abend :).................................................................................

24.-26.8. Vernunft Siegt.....
















Es muss sein :..( Wir haben bis 3 Uhr im Internet recherchiert und hin und her lamentiert. Mein eigentliches Ziel Japan, wuerde uns fuer 8 Tage schlappe 1500 Euro extra kosten.... Jens will danach ein Haus bauen, und der Tommi hat sein Kumpel Dispo schon jenuuch jequaelt... :)





Ich habe nach zwei Monaten Leben ,und nahester Umgebung eines Schwaben (und meiner selbst) gelernt, Dinge nach ihrer eigentlichen:) (auch finanziellen) Wichtigkeit zu ordnen...





So geht er dann, mein Abschluss Japan. Geopfert, dem rationellen, oekonomischem Geiste, meines schwaebischen Betreuers...heul,heul, heul!





Aber in Ernst: Ich rechne es dem Jens hoch, sehr hoch an, das er mir die Entscheidung ueberlassen hat.( Nochmal vollen Glueckwunsch an Tatjana, fuer den Menschen!!!) Haette ich gewollt, er waere (mit allen finanziellen Unwaegbarkeiten) mit ins Ungewisse gekommen.... Danke! Echtes Danke!! Etwas in den letzten Stunden war aber nicht stimmig, fuer diesen kroenenden Abschluss meiner/unserer Reise.. Wir sind Ausgebrannt und Muede, sehnen uns nach Ruhe und der Heimat und planen zugleich einen Trip, in ein weiteres, unbekanntes Land, dessen Sprache wir weder lesen, noch interpretieren koennen.... Das bedeutet ungeheure Findungskonzentration, Aufmerksamkeit und jeden Tag eine komplette Neuorganisation....einfach wieder Kraft,Kraft,Kraft.... Schwachsinn!Da weder Jens, noch Ich, so richtig die Kraft dafuer aufbringen kann/mag, wird mir nach einigem Hin und Her eindeutig...



Kein Japan, aber wenigstens Baden im Japanischen Meer!

Is doch ooch watt! Faehr nehmen kann ja jeder...

Z.Zt. weis das noch nich mal meine Angela. Ma sehn, wann se anruft...


Wir werden um 16 Uhr von "Mad Max", dem Owner des Bikerladens abgeholt und verbringen einen schoenen Nachmittag am Strand von Vladiwasweissich, in 30 Km Entfernung. Wir Baden im "Japanischen Meer"! Klasse! Warm, voller "Ausblicke", und die Fahrt war ein kleines Speedtest-Event, (welches wir bestanden haben.....;)


Wir haben heute einige Dinge erledigen wollen. Einfach so rumfahrn und suchen, oder Fragen... So'n bischen rumzischen halt....


Was bemerkt?..... Zischen...


Dis Wort sollte vaboten werden, find ich!


Kurz vor meinem heiss ersehntem , erstem echtem Cappuccino, seit 2 Monaten, hielt der Jensie mal wieder vor mir an, und kuckt so komisch sein Vorderrad an...


Isch aaaaahhne wat...



Riiiiiiiiiiiiischtisch! Die Zehne sind Voll!



Ick will nich mehr, mit dem Jens sein bescheuertes ...!!!!!!


Doof is, das wir nur zum Shoppen und ohne unsere Boxen (Werkzeuge) losgefahren sind.. Wir kommen mit seinem Platten grad noch zur naechsten Tanke. Dort gibs keine Luft, aber Nebenan, inne Autogarage... Die haben erst keine Zeit fuer uns aber aufeinmal is "Muetterchen Russland" wieder voll da!





Jewgeni, ein echter Ueberseekapitaen, hoert mein mitleidiges Woertchen und macht sich sofort auf die Socken. Er organisiert Flickzeug, Werkzeug und gibt uns nebenbei eine Anleitung fuer eine wirklich perfekte Reifenoperation. Er ist eine Stunde fuer uns umsonst am Rennen, Kleidung dreckich machen, Anleiten, fuer ohne Geld!!! Das will er partou nicht beim Abschied annehmen ! Russland du bist so einsame Klasse!
Ich kann nur jedem empfehlen, jedes, aus der Ferne gebildetes Vorurteil, ueber dieses wunderbar schoene, freundliche (im Osten..) Riesenland zu ueberdenken...





Morgen fahren wir die Mopeds zur Cargo spedition, um Sie nach Moskau zu bekommen. Wir beide versuchen am 28.8. mit der Transsibirischen Eisenbahn, all die hart erkaempften Kilometer wieder rueckwarts zu erleben. Wir werden dann mit zwei voellig Unbekannten 7 Tage und Naechte in einem Abteil Leben, alle Beruehrungsaengste ueberwinden, und hoffentlich die eine, oder andere Seele im Kopfe speichern duerfen......


Es ist so great, andere Menschen zu treffen...


Mal sehn, wen wir dort finden.......

22.8.-24.8. Zehne krig'n wa voll !




















Wir hatten einen weiteren schoenen Sommerabend im siririschen Khabarovsk. Wir fuhren um 21 Uhr im Konvoi zum Park, wo wir mit unseren Dreckmopeds Aufsehen erregten. Die Band spielte nach einiger Zeit unseren gewuenschten Song "Hotel California", und mir gingen dabei all die Fahrblider in meiner Festplatte vorueber. Gaensehaut, einfach ergreifend..





Am naechsten Tag machten wir uns fertig und wurden auf unseren Wunsch, zu dem Wehrmachtsmenschen gefahren. Wir wollten doch die BMW noch fotografieren. Er hat sein kleines Haus komplett auf Wohnen im Stil der 40 er eingerichtet und praesentierte seine Sammlung an Waffen, Uniformen, ect. Es war ein komisches Gefuehl, denn ich habe mit dieser Thematik absolut nichts am Hut, wollte aber auch keinen verletzten...Also mitjespielt;) So hatte mein Jens schnell wieder ne Wehrmachtsmontour an und musste mit Waffe inna Hand unfreiwillich inne Linse Grinse!:) Mein Jens is eigentlich n' schicka Soldat! (in echt war er aba Soft-Zivi, weila naehmlich weiss, was rischtisch is!). Tja, Fotos im Sack und denne mit Begleitung des Praesi's aus der Stadt gefuehrt worden. Am Stadtschild (Hochzeitspaare schmeissen hier Sekt anne Mauer) verabschieden wir uns nach ein paar Fotos und zischen unserem Endziel Vladivostok entgegen.

Zischen....?

Da wa doch wat......... Genau! Mein Jens hat doch glatt (nach 4 nervigen Zwischenstopps) seinen Vorderreifen das 9'te Mal leergekriegt....


Wat kann der fluchen! Whhow! Als er den anhaelt, die Karre gleich danach umkippt, und das zweite mal nach 5 Minuten ohne Vorderrad drinne, das is dis HB Maennchen wieder am Leben!! Jens hat ueberhaupt zu nischt mehr Bock, will die Tour beenden und ueberhaupt. Kommt aba noch schlimma.......

Weil unser Flickzeug von dem Jensie komplett alle jemacht is, hatta ja in Chita noch schnell ne Neue Packung Flicken mit Kleba besogt. Is ja bessa. Die packen wir nu auch aus und sehen was russisch sicha is...
Die Klebetube scheint geoeffnte worden zu sein und da is nischt als heisse Luft drin!!

SUPAGAU am Strassenrand mit FlucheJensie sag ich euch....uiuiuiui.


ich sach " nutzt ja nischt" (eigentlich den Jens sein Spruch) denn muessen wir eben Leute anhalten und nach Sachen fragen;)


So stehn wir (einer genervt, und einer erheitert, denn issja Abenteuer;) am Strassenrand und winken fleissich mit Schlaeuchen inna Hand nach LKW's ... Und echt jeder haelt an! Der vierte spendet uns umsonst seinen Kleber und mein Jensie hat sein Laecheln wieda! Supie! Denn geht ja alles routiniert schnell und wir schaffen an diesem Tag zwar nur 170 Km, aber tragen wieder zwei schoene Erfahrungen in uns...


1. Was du aendern kannst aendere, was nich das nimm hin.is einfacher

2.Vor jeder Piste Flickzeug kontrollieren !


Wir finden einen wunderschoenen Zeltplatz, kochen uns eine tolles Essen, und die Welt is wieder ok. Bis auf.....Muecken. Millionen Muecken!

Habe noch beim Aufbauen gesacht, das die Muecken ertraeglich sind hier in RU, wenn man hohe Plaetze sucht und Feuer macht...

Aber hier is aus! Trotz Spray fliegen die dir innen Mund und Nase. Suizidmuecken! Hilft nur noch ab in Jensie sein Zelt, wo wir den Abend mit Raetselspielen ausklingen lassen, waehrend draussen der millonenfache Sound der Stechflieger zu hoehren ist....


Am naechsten Tach is schlechtes Wetter. Gestern schwitzen bei 28 Grad, heute 18.. Wir haben fast 700 Km abzuspulen. Und wie wir spulen.... Alshalt fahrn is doch so einfach und macht Langeweile. Also bissel Speed dazu und schon sind die grossen Jungs wieder happy und schnell dazu:) Polizei wird dank entgegenkommenden Aufblendern kurz verar.. und denne wieda Gas. Nur ein Polizeiposten will uns anhalten, checkt aber nichmal Jens sein fehlendes Kennzeichen.. Die letzten 2 Schotterbaustellen lass ich nochmal die Sau raus, denn es werden die letzten sein.. Wir fahren um 19 yuh auf das Sctadtschild von Vladivostok zu und in mir ist eine solche Freude. Kloss im Hals..dicker Kloss... Bilder der Strapazen die hinter mir fliegen im Kopp....


Nach 17600 Kilometern und, davon 5000 Km harte Piste, bin ich an einem meiner Lebensziele angelangt....

Kann es nicht so richtig fassen. Wir stehen hier vor der Marinestatue am Eingang der Stadt Vladivostok, am aeussersten oestslichen Russischen Punkt und machen Fotos!!!


Die Stadt wirkt gross und nich wirklich schoen.. Wir fahren bis zum Hafen und dort telefonieren wir dank eines englisch sprechenden Russen, mit dem hiesiegen MC Club"Iron Tigers". Wir sollen Warten, in 15 Minuten is jemand da! Cool! Da haelt aufeinmal ein 4x4 Monster Hinter uns. Heraus klettert Kim. er ist 3 Jahre im Namen der Organistation Streetkids.org unterwegs, und macht mit seiner Weltreise diese wertvolle Art der Hilfe ueberall bekannt. Er versucht vor Ort fuer das Thema zu sensibilisieren. (Seite als Link im Blog). Netter Typ. tolle Organisation. Ich habe mit dieser Reise gesehen, wieviele Kinder auf sich selbst angewiesen sind...


Schwupp und schon stehen 2 Roller vor uns, die uns sodann zum Clubhaus bringen.Dan begrusst uns und weist uns ein. Wir koennen hier in den Waenden seiner Bikewerkstatt\Bandraumes alles(auch PC mit Inet) benutzen. Wir kriegen einen Schluessel und die Werkstatt gehoert uns! So viel Vertrauen und kurze Hilfe ! Keiner bei uns zu Haus wuerde das machen... Tolles Land! Jens und Ich planen die Japanreise am Inet, geniessen einen ruhigen Soontag heut (gehen noch inne BANJA) und relaxen...


Ma sehn, wen ich morgen finde.......