Schon gewußt? Findewen is wieder on the Road!
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Oft ist es der Moment und die Zeit, die in der Erfüllung eines Traumes inneliegt, die mich antreibt und und mir das subjektive Gefühl gibt, jetzt das zu haben, wonach ich mich gesehnt habe...
Doch immer wieder ebbt dieses Gefühl, diese Zufriedenheit allzu schnell wieder ab, so das sich die alltägliche Normalität bald wieder über meine Seele stülpt, und alles mich letztenendes einen Teil meiner Selbst beraubt, ohne auf Dauer dieses Loch zu füllen..Die ewige Suche nach etwas Neuem, nach dem nächsten Kick... Etwas was dieses Langweilige füllt. Nicht wenige Menschen in meinem Umfeld haben dieses Syndrom.
Es gibt Menschen, die mögen dieses Gefühl nicht haben, solche die Wegschieben etwa, die eine gewisse Stumpfheit oder auch ein funktionierendes Kleid der Verdrängung in sich tragen, aber auch solche Glückspilze, die wirklich Ihre Mitte haben, mögen soetwas nicht kennen....
Ich war weder das eine, noch das andere.
Was kostet was............?
Das/die Wunschkind/er ist/sind einzigartig und "der" Lebenssinn, und kosten doch manchmal den Sinn einer Partnerschaft...
Das neue Auto/Motorrad, gibt Spass, Status und Lebensgefühl, raubt mir jedoch Zeit,Geld und manchmal das Leben..
Mein Haus. Stolz und gross steht es da und hat mir doch soviel Zeit mit meiner damals noch jungen Familie geraubt, die ich nie wieder einholen werde...
Beispiele dafür, das erfüllte Ziele manchmal mehr auf einem Lasten, als ihre eigentlich erhoffte Glückseligkeit auf Dauer zu versprühen und sei es auch nur, wegen der erneuten Leere.
Was hätte mich diese Reise kosten können...?
Materie? Die Gesundheit ? Das Leben ?
Was auch immer es mir genommen hätte. Ich bin Dankbar um das, was sie in mir hinterlassen hat.
Es ist Freitag. Ich bin seit 6 Tagen wieder im Kreise meiner Familie und merke das etwas anders ist... Alles muss sich neu einpegeln, die Fühler sind ausgestreckt, der Vergleich lockt geradezu, die Vergangenheit als Maßstab heranzuholen...
Ich geniesse das Zuhause. Die Waerme, die Nähe, aber es ist etwas mit mir passiert, das kein Lustkauf, kein Urlaub, kein Mensch von Außen bisher mit mir gemacht hat.
Die ersten 5 Wochen war ich allein. Scheinbar... Ich bin nicht mehr allein! (Wisst ja warum..) Nicht in der Kasachischen Steppe,nicht im sibirischen Bärenwald, nicht in der Metro, nicht im Knast, nirgendwo!
Das "Kleine" wollte ich bei meiner Rückkehr anders machen, ohne zu wissen, welche Diffusität ich damit meine...
Nun, da mir der Alltag seine tristen, raubenden Seiten schon wieder ordentlich in die Gehirnwindungen schlug glaube ich zu wissen, was mir dieses Abenteuer gab..
Mein Kumpel, der G.., der lebt seit Jahren ohne Handy! Der brauch kein ständig neues "Infoinput" um uptodate zu sein!Keine täglichen Nachrichten. Keine neuen "Ahnungen", was evtl. wann, wo passieren könnte. Kein ständiges Radiogedudele im Auto. Er schafft es sogar, dem Einkauf mit Ziehwagen um die Ecke ein kleines Tageshighlight zu entlocken! Ich habe Ihm nicht nur einmal die Vorzüge meiner beschleunigten Welt klarmachen wollen und nicht verstanden, wie man diese Vorzüge der Zivilisation in diesem Zeitalter der ständig beschleunigten Erneuerung, ablehnen kann...
107 Tage war ich mit dem Notwendigsten unterwegs, zuallererst aber mit mir selber..
Ich habe nie wirklich gelernt, Zeit und Dasein in Ruhe mit mir Selbst und schönen Dingen zu verknüpfen, welche die Sinne bereichern. Ablenkung um jeden Preis, das war bisher meine Devise. Sachen Machen... Ackern, Neue Projekte, Planen,Sport-Sport-Sport, Freunde besuchen, Internet Träumen, neue Kämpfe und Herausforderungen annehmen...
Fünf Tage. Fünf schöne, bereichernde Abende.. Mit Gerda. Eine alte Dame, die den Kampf im Massenvernichtungslager Ausschwitz überlebt hat und deren Enkel das Schweigen in ihr beenden konnte... Mit Erich Fromm, der ein weiser Menschenkenner war. Einen Pfefferminztee bei Leselicht..., ganz ohne TV...
Die kostenlose, im Briefkasten um Leser lechzende Zeitschrift, welche doch eh nur die Schreckensnachrichten aus aller Welt verbreitet, und die ich vor 4 Monaten als "Couchhighlight" genossen hätte, landete ungelesen im Mülleimer...Was kann ich an diesen Informationen, welche mich täglich zumüllen wollen ändern...?
Ich verlor mein Handy auf der Reise und "soll mir wieder eines zulegen" wünscht sich die Familie. "Dann sei ich besser Erreichbar". Aber wozu? Warum soll ich mich in jeder Situation meines Lebens von einem Klingelton dirigieren lassen? "Kannste ja ausschalten" sagen Spontane Handybesitzer.... Ja wenn es eh aus ist, wozu dann? Wie haben wir eigentlich Früher ohne diese Dinger Überlebt???? Hatten wir damals ein verbindlicheres Miteinander? Wenn, dann ist mir dieses mehr Wert...
Der nächste Gang in einen dieser Einkaufstempel... Ich schiebe ihn solange wie möglich von mir.. Wer sind die Regisseure meines bewussten und unbewussten Lebens eigentlich? All die/das, welches meine Sinne Tag für Tag erreichen möchte und welche mich mit Direktem oder Unterschwelligem in Ihren Bann ziehen wollen, mir die Kraft und die Nerven für mich, meine Familie und all die Dinge, die meine Sinne bereichern könnte, rauben... Das isses.
Ich jedenfalls, freue mich auf den Englischkurs, den ich gebucht habe, die vielen Bücher und deren Wirkungen in mir, ohne im Hintergrund das schon nicht mehr wahrgenommene Werbungsgefasel aus der Glotze, auf die Zeit, die ich für Aufgaben in der Gemeinde haben werde, ein Mehr in der Natur, auf ein Arbeiten ohne Leistungsdruck... kurzum: Die Momente, die mich eher bereichern, als mir fadenscheinliche Glücksmomente vorzugaukeln!
Was auf Dauer bleibt, vermag ich nicht weiszusagen. Aber ich weiß schon jetzt sicher, das kein anderer meiner "Träume" mehr in mir hinterlassen hat, als diese Reise in die Entbehrung..Es war alles Wert.
Danach ist Davor ! oder auch, carpe diem......


Warschau und Krakau sind sauschön und ein DB Ticket für 39 Euro wert!! So schöne Altstädte, hab ich als Womopilot selten gesehen. Unsere Art, mitten am Hauptplatz in der Fussgaengerzone im Hostel unterzukommen ist eine schöne Erfahrung für den Eigenbettbesitzer Tommi.. Inmitten der schönsten Scenerien für 18€ inkl. Frühstück zu nächtigen hat Relation, wenn man bereit ist, mit 6-7 anderen in einem Zimmer zu Schlafen. Ok, vieleicht nicht für ne Hochtzeitsreise geeignet, aber sehr wohl, um mit allerlei Jungvolk aus allen Nationen Kontakt zu kriegen. Vorrausgesetzt, man kann englisch... Meines lässt zwar oberflächen Gespräche zu, aber einen echten Austausch ala' Jensie (neid,neid) lässt es nicht zu (Kinder, lernt watta könnt!)...
Egal, das Wetter kann ja auch ein spannendes Thema sein. Apropo:
Regen macht Depressiv, sagt man... Mich noch Sauer dazu! Nachdem wir schon das schoene Vilnius und das noch schoenere Warschau im Regen verliessen, war das Krakauer Innenstadtnesseln echt die Krönung!
Erst zieh ich mir mit "Auschwitz und Birkenau im Regen" am Vortag, das letzte Fünkchen Heiterkeit aus meiner dicken Pelle und dann diese Abfahrt..
Die Mopeds waren ca. 500Meter quer über den Altstadtplatz in einer Seitenstraße abgestellt. Da liefen wir im Strippenregen hin. Ich hatte meine Regenüberziehkleidung nich an und so wurde alles nass. Es waren überall Absperrungen und hunderte Polizisten zu sehen... Toll, es is irgendeine Sportveranstaltung! Pitsch und Patsch umfuhren im Sauwetter immer wieder die Altstadt ohne eine Chance in diesem Einbahn und Absperrwahn zu sehen, die uns näher an das Hostel brachte, um aufsatteln zu können. Ich verlor die Nerven... Absteigen und die Kiste durch eine enge Seitenstrasse schieben, war meine Lösung. Dabei spann der idiot der mir entgegenkam und die Straße vollends verstopfte, meine Kopfsehnen bis zum Peng! Wie soll ich denn die Kiste den Bordstein hochschieben!? IDIOT!!! Meine Kraft, zu ertragen war aufgebraucht. Ich kam naß von aussen, naß von Innen , schiebend am Hostel an, und musste mir den Spruch reinziehen "Hallo, auch schon da. Ich bin an den Bullen vorbei. War kein Problem.", und hatte Hals. WATT HATT ICK HALS!! UND WIE!! HALS WIE NIE,MANN! Das schlimmste war eigentlich, das sich die Rollen vertauschten an diesem fürchterlichen Morgen(2h zu spät). Da sacht mir mein Schwabe auch noch mit lächelm im Jesicht " hey, das is deine Prüfung Heut. Du sagst doch, das alles eine Prüfung is". Da hat er mich doch glatt mitt meinen eigenen Waffen geschlagen, der Fuchs, und mir ein Lächeln aus meinem geschwollenem Hals entzaubert...:) Der Jens. ...
Wir fuhren dann schon kalt und nass unseren letzten 620 Km richtung Berlin entgegen, in dem Wissen keine Zeit mehr für grosse Aufwärmpausen zu Haben.. Sch.. Vorstellung.. Nach einer Stunde gings nich mehr. 8 Grad, Dauerregen und kaum Sicht zehren an uns, und wir wissen nicht, ob wir das schaffen. Nach 300 Km jedoch hört der Regen auf und es wird wärmer, so das wir Gas geben und unsere Reifen einem 150Kmh Test unterziehen. Wir haben sogar noch Spaß und ich genieße das Ortsschild von Berlin mit einer komischen Stimmung in mir.. Ich lenke auf den Stadtring und bin neben mir... So lange war ich noch nie weg. So fern war mir das was ich sah auch noch nie. Ich war da! Ich habs gemacht und auch geschafft! Kopfkick..
Als wir vorne am Tor andonnerten, waren die Kinder da und warteten bereits. Meine kleinste, die Lissy, heulte vor Freude und ich hätte mitheulen können.. Wir fuhren herein und ich war von den Socken. Ein dickes Willkommensplakat und ich sah so viele der lieben Gesichter, die mir etwas bedeuten. Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, da mir Angela zuvor allen Wind aus den Segeln genommen hatte. Ich stand neben mir... Ich war überwältigt und gerührt zugleich.. Danke Ihr Lieben!
Ich hab es getan.........................................dank euch............. :.....
